
Wissenswertes zu MBSR
Die Abkürzung MBSR steht für „Mindfulness Based Stress Reduction“. Im deutschsprachigen Raum wird es auch unter dem Titel „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ angeboten.
MBSR ist ein strukturiertes Kursprogramm zur Stressreduktion, das auf den US-amerikanischen Molekularbiologen und Meditationsforscher Prof. Jon Kabat-Zinn zurückgeht. Das Programm integriert fernöstlich inspirierte Methoden der Achtsamkeitsschulung und Erkenntnisse der westlichen Psychologie und Medizin auf eine säkulare Weise.
Ursprünge
Ursprünglich entwickelte und erforschte Jon Kabat-Zinn das Programm in den späten 1970er Jahren für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Die Achtsamkeit sollte ihnen ermöglichen, besser mit den Folgen ihrer Krankheit zu leben. Das Programm stellte sich schnell als hilfreich heraus. Deshalb wurde es bald auch anderen Personengruppen zugänglich gemacht. In den Begleitstudien zeigte sich: Auch wer unter Ängsten leidet, unter Depressionen oder unter dem ganz alltäglichem Stress leidet, profitiert von MBSR.
Forschung
Durch die klar strukturierte Form kann MBSR wissenschaftlich gut erforscht werden. Von Beginn an wurden die Effekte von MBSR und davon abgeleiteten anderen achtsamkeitsbasierten Programmen in wissenschaftlichen Studien überprüft. Zwischen 2000 und 2026 wurden mehr als 1200 solcher Studien und Metaanalysen veröffentlicht, so die wissenschaftliche Datenbank Pubmed. Einige Übersichtsartikel findest du in den unten angegebenen Quellen.
Aufgrund der überzeugenden Datenlage ist MBSR in Deutschland von den gesetzlichen Krankenkassen als Angebot zur Gesundheitsförderung anerkannt.
Wirkungen von MBSR
Effekte von MBSR sind:
- weniger Angst und Depressionen
- weniger Rückenschmerzen
- mehr Wohlbefinden
- weniger subjektives Stresserleben
- bessere Aufmerksamkeit
- mehr im gegenwärtigen Moment sein können
- bessere Körperwahrnehmung
- sich der eigenen Gedanken stärker bewusst sein
- die eigenen Gefühle besser verstehen und regulieren können
- sich besser von ablenkenden Gedanken lösen können
- dichtere graue Substanz in Gehirnregionen, die Aufmerksamkeit und Metakognition verarbeiten
- stärkeres Immunsystem
Warum wirkt MBSR?
Was genau die entscheidenden Wirkfaktoren sind, wird nach wie vor erforscht. Die wichtigsten Annahmen sind:
MBSR wirkt, weil es Menschen hilft,
- ihre Aufmerksamkeit besser zu steuern
- sich weniger von automatischem Verhalten treiben zu lassen
- nicht auf jeden Reiz sofort zu reagieren
- weniger zu grübeln,
- unangenehme Emotionen weniger zu vermeiden, sondern ihnen zu begegnen und zu erleben, wie ihre Stärke nachlässt
- leichter zu akzeptieren, was sie gerade erleben
- sich besser von bedrängenden Gedanken zu lösen
- Gedanken und Gefühle eher als mentale Ereignisse wahrzunehmen, weniger als Fakten
- sich schneller zu entspannen
